Mama, wo wohnt Gott?

Diese oder ähnliche Fragen haben sicher schon viele Mütter, Väter, Omas und Opas gehört. Kinder hören von Gott und haben viele Fragen dazu: Wo wohnt er? Wie sieht er aus? Was isst er gern? ...
Die Fragen der Erwachsenen sind anders formuliert, aber doch ähnlich: Gibt es Gott? Wo ist Gott? Wie lässt er sich finden?

Das Sonntagsevangelium in dieser Woche gibt eine kurze Antwort auf die Fragen: Gott wird in der Liebe sichtbar. In jeder echten menschlichen Liebe – gleich welcher Art – wird Gott und seine Liebe sichtbar, weil er der Ursprung der Liebe ist. Sowohl in der Eltern-Kind-Liebe, in der Liebe zwischen Partnern, in Freundschaften als auch in der Nächstenliebe als Hilfe für Arme und Bedürftige zeigt sich Gott. Das Evangelium ist Teil der Abschiedsrede Jesu bei Johannes. Es ist sozusagen das Testament Jesu – nicht die Verteilung materieller Dinge, sondern der Nachlass, was Jesus besonders wichtig ist: die Liebe Gottes, die sich in der menschlichen Liebe untereinander zeigt. Hier können wir Gott entdecken. „Gott ist die Liebe“ gilt als Kurzformel christlichen Glaubens und zugleich als Grundgesetz christlichen Handelns. Denn Jesus verknüpft die Zusage Gottes an uns „Du bist geliebt!“ mit der menschlichen Konsequenz daraus und Auftrag an einen jeden von uns: Liebt einander und handelt danach!

So banal wie der Satz „Gott wird in der Liebe sichtbar“ zunächst auch klingt, steckt doch eine Menge an Botschaft und Auftrag darin. Gott zu entdecken ist wohl eine Lebensaufgabe. In manchen Zeiten gelingt es leichter als in anderen.
Vielleicht sind der Muttertag und der Vatertag in der kommenden Woche eine gute Zeit, um über die Liebe von Bezugspersonen oder über die erfahrene Liebe in unserem Umfeld nachzudenken und zu danken.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in der Liebe zu Anderen Gott entdecken.
Für das Seelsorgeteam Jessica Schanno