2. Fastensonntag: Evangelium von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor
„Und er wurde vor ihnen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann.“
(Mk 9,3)

Der 1. Schöpfungstag
Am Anfang war noch nichts gut. Denn es war noch nichts - außer Finsternis. In dieser Zeit, die noch keine war, trat Gott aus seinem Geheimnis heraus und begann, der Dunkelheit einen Lichtmantel zu schneidern. Er wollte die Finsternis kleiden.
In den Stoff flocht Gott sich selbst mit ein. Er sponn den Faden der Liebe und verwob ihn mit dem Faden der Gerechtigkeit. Geduldig, Reihe um Reihe. Zeit war genug, denn sie war noch nicht.
Er vermaß die Finsternis und schnitt aus dem Stoff - es war viel zu viel geworden - die richtige Größe heraus. Es fehlte noch der Saum, den er mit dem goldenen Zwirn der Wahrheit umnähte. Der Mantel sollte nicht ausfransen mit der Zeit, die nun beginnen würde.
Der Staub funkelte verheißungsvoll, als Gott den Lichtmantel noch einmal ausschüttelte. Dann legte er ihn um die Finsternis und siehe: Er passte genau! So wurde aus Finsternis Licht. Seitdem leuchtet es in alle Dunkelheiten. Gott war zufrieden. Denn es war gut.
(Oliver Spies in dem Fastenkalender „wandeln“ aus dem Verlag Andere Zeiten)

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünscht
Pastor Manfred Plunien