„Sonntag des Wortes Gottes“

Zum zweiten Mal erst begehen wir in diesem Jahr den „Sonntag des Wortes Gottes“. Papst Franziskus hat ihn eingeführt, damit die Kirche sich an diesem Tag besonders „der Feier, der Betrachtung und Verbreitung des Wortes Gottes widmen“ soll.
Eigentlich ist jeder Sonntag ein Bibelsonntag. Im Wortgottesdienst der Messe hören wir drei Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament, singen einen Psalm und hören die Predigt, die die Schrift auslegt. Das war nicht immer so im Lauf der Zeit. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) wurde nur wenig aus der Bibel gelesen, und oft waren es dieselben Texte, die immer wiederkehrten. „Bei den heiligen Feiern soll die Schriftlesung reicher, mannigfaltiger und passender ausgestaltet werden“, heißt es denn auch im entsprechenden Konzilstext. Der „Tisch des Wortes“ sollte reicher gedeckt werden, die ganze Fülle aus Altem und Neuem Testament zur Sprache kommen. Eine neue Leseordnung brachte viele biblische Texte zur Sprache, die bis dahin kaum bekannt gewesen waren.
Die Fülle der Lesungen allein ändert natürlich noch gar nichts, und auch ein „Sonntag des Wortes Gottes“ bewirkt rein gar nichts, wenn wir nicht bereit sind, uns das ganze Jahr über immer wieder mit der Bibel auseinanderzusetzen, auf sie zu hören, sie zu bedenken und sie in unser Leben hineinzulassen. „Die Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen“, hat schon der heilige Hieronymus gesagt, der im 4. Jahrhundert die Bibel ins Lateinische, die Sprache seiner Zeit, übersetzte.
„Sonntag des Wortes Gottes“ - vielleicht eine Gelegenheit, zuhause die Bibel mal wieder aus dem Regal zu holen, sie abzustauben und aufzuschlagen, egal wo. Zugegeben, einige Seiten sind schwer verständlich, manche sogar überflüssig. Aber wie sagte schon der amerikanische Schriftsteller Mark Twain: „Ich habe keine Schwierigkeiten mit dem, was ich in der Bibel nicht verstehe. Probleme machen mir die Stellen, die ich sehr gut verstehe.“

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünscht
Pastor Manfred Plunien

Bitte eine E-Mail-Adresse für das Benutzerkonto eingeben. Ein Bestätigungscode wird dann an diese verschickt. Sobald der Code vorliegt, kann ein neues Passwort für das Benutzerkonto festgelegt werden.