St. Peter und Paul, Nalbach

 

Die Pfarrkirche ist den hl. Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht. Erbaut wurde sie 1764 - 1767 durch Baumeister Peter Pauli, Trier. Der Hochaltar wurde am 27. Mai 1861 durch Bischof Wilhelm Arnoldi konsekriert. 1927 wurde die Sakristei gebaut und es erfolgte eine innere Umgestaltung durch die Architekten Becker und Falkowski, Mainz.

Im Jahre 1048 schenkte Erzbischof Eberhard von Trier den Hof Nagelbach = Nalbach an das Stift St. Simeon zu Trier. Die Vogtei war im Besitz einer Edelfamilie, die sich von Nagilbach nannte. Rudolf von Nalbach trat 1331 seine Rechte an das Stift ab. Die Landeshoheit war geteilt zwischen Kurtrier und den -grafen von Veldenz. Die Herrschaftsanteile wechselten wiederholt ihren Besitzer. Im 18. Jahrhundert wurden Kurtrier und die vom Hagen zur Motten als Landesherren anerkannt. Zur Herrschaft gehörten mehrere umliegende Ortschaften, so Piesbach, Bilsdorf, Dieffeln, Bettstadt und Körprich. Diese Orte machten auch eine Pfarrei aus mit Nalbach als Pfarrsitz. Schon im 10. Jahrhundert bestand in der Pfarrei der Brauch, jährlich nach Mettlach zum Grab des hl. Lutwinus zu pilgern. Die Taxa generalis um 1330 nennt Nalbach unter den Pfarreien des Dekanates Merzig des Trierer Erzbistums. Der Propst von St. Simeon hatte die Kollaturrechte und das Zehntrecht. Unter den Gütern, die die Kirche im Jahre 1720 besaß, waren die „Brotwiesen“, deren Ertrag zur Verteilung von Broten an die Armen am Kirchweihfest dienten. Von 1802 bis 1817 war Nalbach Sukkursalpfarrei im Kanton Lebach. In der ersten Hälfe des 20. Jahrunderts haben sich die einzelnen Filialen zu selbstständigen Kirchengemeinden entwickelt. Es kam zu Abpfarrungen: 1919 Dieffeln, 1927 Piesbach, 1928 Körprich und letztendlich in der 2. Hälfte des 20 Jahrhunderts im Jahre 1961 Bilsdorf.

Im September 2011 wurden die Pfarreien St. Johannes der Täufer, Piesbach, St.Michael, Körprich, Herz Jesu, Bilsdorf und St. Peter und Paul, Nalbach zur Pfarreiengemeinschaft Nalbach zusammengeschlossen. Als Pfarrhaus der Pfarreiengemeinschaft dient das Pfarrhaus in Nalbach. Die Seelsorgerische Tätigkeit obliegt zu Beginn der Pfarreiengemeinschaft Pastor Manfred Plunien, Diakon Herbert Altmaier und Gemeindereferentin Anne Haan. Das Seelsorgerteam wurde 2015 durch Kooperator Pfarrer Ralf Hiebert ergänzt.

Die alte gotische Kirche von Nalbach wurde 1764 - 1767 durch eine neue ersetzt, 1861 durch ein Querschiff erweitert und 1927 im Inneren völlig umgestaltet. Die im 2. Weltkrieg eingetretenen Schäden wurden in den Nachkriegsjahren behoben.

Pfarrpatrone waren nacheinander der hl. Petrus und der hl. Michael (1657). Jetzige Patrone sind St. Petrus und Paulus.

Nach dem nahen, sagenumwobenen Berg Litermont führt heute von der Pfarrkirche aus ein Kreuzweg.

Pfarrgeistliche der Pfarrei St. Peter und Paul (eine lückenlose Auflistung gibt es erst seit dem Mittelalter):

bis 1460 Johann Wassenberg
1460–1464 Johannes Mull
1664–1493 Nikolaus Honrait
1493–1494 Matthäus de Schoeneck
1494–1500 Gerardus de Gondringen
1500–1500 Johann Urg (Tod im Amtsantrittsjahr)
nach 1500 Nikolaus de Schuppingen
bis 1576 Johann Reinart
1576–1590 Matthias Vitensis
1590–1627 Jakob Rodenmacher
1627–1630 Caspar Jungmann
1630–1635 Georg Turck
1647–1677 Matthias Jansen
1677–1679 Johann Scholand
1679–1687 Johann Habscheid
1688–1713 Johannes Coenen (I)
1713–1747 Johann Wilhelm Mentges
1747 – 1783 Johann Wilhelm Jodokus Koettingen
1784 – 1807 Johann Coenen
1807 – 1834 Matthias Kimmer
1834 – 1855 Joh. Bapt. Nothumb
1855 – 1870 Kaspar Ramers
1870 – 1887 Reinhard Jacoby
1887 – 1897 Anton Eul
1897 – 1901 Johann Lamberti
1901 – 1908 Peter Palzer
1908 – 1920 Wilhelm Schröder
1920 – 1935 Richard Meffert
1935 – 1949 Josef Jungbluth
1949 – 1975 Josef Joris
1976 – 1981 Leo Simon
1982 – 1992 Herman Josef Kirsch
1993 – 2007 Bernd Schneider
seit 2008 Manfred Plunien


Quellen: Größtenteils Auszug aus Heimat und Kirche, Das katholische Saarland, desweiteren Auszug aus Wikepedia

 

Foto: Pfarrkirche St. Peter und Paul Nalbach, Außenansicht, Dieter Lorig
Außenansicht (Foto: Dieter Lorig)

 Foto: Innenansicht Pfarrkirche St. Pter und Paul Nalbach, Dieter Lorig
Innenansicht (Foto: Dieter Lorig)